Chancen und Risiken

Chancen und Risiken – anscheinend ein ewiges Missverständnis. Wie sehen Sie das? Wie stehen Chancen und Risiken zueinander? Sind die beiden Teilmenge, Gegenteil, Widerspruch oder Ergänzung? Wie sehen Sie „Risiko und Chance“?

A – Chancen sind das Gegenteil von Risiken

B – Chancen sind  immer dann da, wenn keine Risiken eintreten

C – Chancen sind Risiken

D – Chancen und Risiken haben nichts miteinander zu tun

Offiziell wird es so gesehen:

Gemäß ISO31000 und weiteren Normen (darunter auch dem PMBOK Guide von PMI) sind Risiken „Unsicherheiten auf Ziele – im Guten wie im Schlechten“. Somit sind „schlechte“ Unsicherheiten dann Bedrohungen, während die „guten“ Unsicherheiten die Chancen darstellen. Also sind Chancen eine Teilmenge von Risiken und damit ist oben die Antwort C die richtige Antwort.

Natürlich wird umgangssprachlich oft  von „Risiko und Chance“ gesprochen und dadurch polarisiert dieses Wort-Päarchen den Risikobegriff ins Negative. Leider. Risiken sind aber nur Unsicherheiten und nicht jeder möchte Unsicherheiten – egal in welche Richtung – haben. Das alleine ist der Grund, warum der Begriff „Risiko“ oftmals Unbehagen hervorruft.

In vielen Organisationen ist die Zielsetzung von Risikomanagement aber einzig und alleine die, Bedrohungen (die nennen es dann Risiken) zu vermeiden. Vermeidung (also der definitive Nichteintritt) ist erstens sehr schwierig, meist teuer und im Sinne eines sinnvollen Risikomanagements immer (immer!) weniger als die halbe Wahrheit. Natürlich ist es sinnvoll und richtig, mögliche schwerwiegende Bedrohungen aktiv auf ein erträgliches Maß zu mindern. Genauso kann ich aber auch mögliche, schwerwiegende Verbesserungen aktiv verstärken, also etwas unternehmen, dass diese günstige Situation hoffentlich zur Realität wird. Alles, was mich schneller, günstiger und besser an mein Ziel bringt sind Chancen, die es dann auch aktiv zu verfolgen gilt. Dazu müssen sie erkannt, bewertet und mit Aktivitäten belegt werden.

Der Prozess ist der gleiche wie bei den Bedrohungen und nennt sich – Risikomanagement.