Die falsche Dreipunktschätzung

Sie gilt als die segensreiche Schätzinnovation der 90er Jahre, auch wenn sie schon viel älter ist: die Dreipunktschätzung. Von einer Aktivität, Aufgabe oder Arbeitspaket lege ich drei Punkte fest, die den Rahmen einer akzeptablen Durchführung darstellen. Die Betonung liegt auf akzeptabel, nicht Worst Case.

Der richtige Dreipunkt. Ein Alltagsbeispiel und seine Lehren.

Eine Fahrt von Herrsching nach München Innenstadt dauert im besten Fall 30 Minuten, wahrscheinlich aber eher 50 Minuten. Und 80 Minuten können es auch werden, vor allem im Berufsverkehr.

Aus diesem kleinen Beispiel lernen wir drei Aspekte:

1.    Die Grenzen optimistisch und pessimistisch müssen akzeptabel und begründbar sein.

2.    Je mehr Erfahrung ich habe, desto besser kann ich die Grenzen festlegen. Wenn die Aufgabe eine Lernkurve hat, sollte sich im Laufe der Zeit die Varianz reduzieren.

3.    Die Schätzwerte sind individuell pro Aktivität bzw. Arbeitspaket.

Der falsche Dreipunkt.

Nun ist ja der Projektleiter von Welt nicht dumm und hat sich schon eine elegante Lösung erdacht, auch mit Einzelwerten einen Dreipunkt zu bauen. Wie? Ganz einfach: plusminus 20 % von einem Einzelwert errechnen. Das sieht zwar aus wie ein Dreipunkt, ist aber keiner. Weil Einzelwerte oftmals Puffer haben. Ein Dreipunkt tendiert eher zur „ehrlichen“ Meinung, ein Einzelwert ist zu nah am Commitment und hat daher oft ein Pölsterchen. An das wollen wir aber ran!

Aber was anfangen mit den richtigen Dreipunktdaten?

Wenn ich mir die Mühe gemacht habe und von jedem Arbeitspaket drei Werte erhoben habe, kommt natürlich die Frage auf, was wir mit den Daten anfangen können. Dazu haben wir hier ein Video aus dem aktuellen PMP-Vorbereitungskurs PMP myWay.