Push oder Pull?

Es gibt da das Schlagwort der „Kommunikationsmethoden“ und eigentlich weiß gefühlt jeder, was damit gemeint ist. Hoffentlich entspricht es auch der Meinung von PMI im PMP-Examen …

Push

Push-Kommunikation ist eine Kommunikation, die ich gewissermaßen jemandem aufzwinge. Ein einfacher Brief ist ein Push, ich kriege die Information, ob ich will oder nicht. Wenn der Metzger an der Ecke am kommenden Wochenende seinen tollen neuen Leberkäs feilbieten möchte, dann pusht er vielleicht eine Postwurfsendung.

Nachteil: Hohe Redundanz, auch hohe Kosten, Spamverdacht beim Empfänger, schlechte Kontrolle ob Empfangen&Verstanden.

Vorteil: Bequem für Empfänger. Im Projektgeschäft ist – neben Leberkäs – eine wichtige Vertragsänderung oder ein wichtiger Change eine typische Push-Information.

Pull

Pull-Kommunikation dagegen ist eine Kommunikation, bei der die andere Seite noch zusätzlich tätig werden muss. Pull-Information muss ich mir irgendwo holen, das bedeutet Aufwand.

Und das ist auch schon der Nachteil: Eben dieser zusätzliche Schritt, sich selber die Information zu holen.

Dem gegenüber stehen ganz viele Vorteile: Saubere Informationsstruktur, leichte Kontrolle, wer die Information hat oder nicht, keine Redundanz, schnelle Verbreitung. Im Projektgeschäft ist das der klassische Projektordner, oder auch die Bilder vom letzten Kick-off …

Interaktiv

Gibt es auch noch, ist multidirektional und ist typischerweise ein Meeting oder ein Gespräch. Gute Methode, aber vergleichsweise umständlich.

Was denn nun?

Im PMP-Examen werden einige Fragen auf Sie warten, in denen die je nach Umstand günstigste Grundform gesucht wird. Hier ist vor allem Erfahrung gefragt. Trainieren Sie doch mal Ihre Erfahrung und Ihren Blick für die Methoden in Ihrem aktuellen Projekt. Jetzt. Sofort.

  1. Gibt es in Ihrem Projekt Kommunikationselemente, die mit der falschen Methode verbreitet werden?
  2. Würden Sie sich eine Änderung aktuell wünschen? Einen Mix, eine andere Reihenfolge?
  3. Bei welcher Gelegenheit könnte diese Änderung adressiert werden?

Die Sache mit den drei Methoden sieht soo trivial aus und doch gibt es soo viel Verbesserungsbedarf.