RAM, RAKI oder PARIS?

Bei dem Prozess 9.1. “Personalbedarfsplan entwickeln” gibt es als Werkzeug die berühmten Verantwortlichkeitsmatrizen. In der einfachsten Form ist das eine Tabelle, die einfach nur ein Kreuzchen macht, wer aus dem Team für welches Arbeitspaket (Aktivität, Vorgang oder Liefergegenstand geht auch) verantwortlich ist. Heißt englisch „Responsibility Assignment Matrix“ oder einfach nur RAM.

Wer aber schon mal so eine Tabelle aufgestellt hat, will vielleicht nicht nur einfache Kreuzchen machen, sondern auch noch andere Rollen ins Spiel bringen. Also Müller ist verantwortlich, Maier gibt frei und Schulze wird informiert. Da langt natürlich nicht mehr ein Kreuzchen, da nimmt man dann Buchstaben. Das Ganze ist dann eine rollenbasierte Verantwortlichkeitsmatrix und heißt RACI (ausgesprochen wahlweise mit starkem Südstaatenakzent oder wie der türkische Schnaps – je nach Projektphase  J). RACI steht für responsible, accountable, consult und inform und ist die Urform der rollenbasierten Matrix. Mit den vier Rollen kommt man in der Praxis aber nicht weit, außerdem ist einem Mitteleuropäer der Unterschied zwischen responsible und accountable nicht auf den ersten Blick klar.

Man braucht die Rollen daher nicht unbedingt auf diese vier zu beschränken, in der Praxis bewährt sich die individuelle Anpassung. Es gibt dann weitere Rollen, vom Namen her bleibt das aber eine RACI. Die Literatur ist auch voll von Weiterentwicklungen, eine davon heißt PARIS, wobei diese fünf Buchstaben auch nur die Anfangsbuchstaben von Rollen sind. PARIS ist nicht die einzige glorreiche Idee. Es gibt Duzende von Unterarten, die heißen dann auch noch: die PUTZ-Methode oder so ähnlich. Aber: alle rollenbasierten Matrizen sind RACIs.

Wie könnte eine PMP-Frage aussehen: „In ihrem Projektteam haben Sie verschiedene Rollen festgelegt, diese heißen V=Verantwortlich, A=Ausführender, K=Kritisierer. Wie nennt sich das? RAM, RACI oder VAK? RACI natürlich.

Oder auch: Die PARIS ist eine RACI, die ist aber auch nur eine RAM. Alles klar?